Corona-Pandemie: Maßnahmen in Werder (Havel)

Die Stadtverwaltung ergreift Maßnahmen, um eine Ausbreitung des SARS-CoV-2 in der Region möglichst einzudämmen. (zuletzt aktualisiert am 8.4., Aktualisierungen dieser Woche rot)

Am 13. März hat das Landratsamt die Bürgermeister und Amtsdirektoren aus Potsdam-Mittelmark zu einer Krisensitzung zur Corona-Pandemie eingeladen. Seitdem gab es eine Reihe von Entscheidungen von Land und Landkreis, die auch die Stadt Werder (Havel) betreffen.

Die Stadtverwaltung hat einen Krisenstab gebildet, in dem Maßnahmen auf kommunaler Ebene vorbereitet und veranlasst werden, um eine Ausbreitung des SARS-CoV-2 in der Region möglichst einzudämmen. Über den Stand der Dinge wird an dieser Stelle informiert.  

Neue Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg

Das öffentliche Leben im Land Brandenburg wird zur Eindämmung des neuartigen Corona-Virus vorerst bis zum 19. April weiter eingeschränkt. Die Eindämmungsverordnung vom 17. März ist per Kabinettbeschluss am 22. März von einer neuen und verschärften Eindämmungsverordnung abgelöst worden.

Unter anderem besteht seitdem ein Betretungsverbot öffentlicher Orte und eine Schließungsanweisung für Verkaufstellen des Einzelhandels, wobei der Einkauf für den täglichen Bedarf selbstverständlich gewährleistet bleibt. Die Eindämmungsverordnung wurde am 31. März präzisiert und durch einen Bußgeldkatalog ergänzt.

Die aktuelle Fassung der Rechtsverordnung findet sich HIER. Der Bußgeldkatalog ist HIER veröffentlicht. Eine Positivliste der Geschäfte, die geöffnet werden dürfen, ist HIER zu finden.  

*

Seniorenpflegeheim Haus am Zernsee

Im Seniorenpflegeheim „Haus am Zernsee“ in Werder sind nach dem Covid-19-bedingten Tod eines 80-jährigen Bewohners Abstriche von allen Bewohnern und Mitarbeitern genommen worden. Nach Angaben des Landkreises vom 6. April sind 16 Bewohner und 6 Mitarbeiter positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt stehe in engem Austausch mit der Heimleitung sowie den betreuenden Hausärzten.

*

Kitas und Schulen

Für die seit 18. März angeordneten Schließungen von Schulen, Kitas und Horteinrichtungen im Land Brandenburg wegen der Corona-Pandemie wurde in Werder eine Ersatzbetreuung organisiert. Die anspruchsberechtigten, in kritischen Infrastrukturen tätigen  Eltern melden sich bitte in der Kitaverwaltung der Stadt per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Bitte nutzen Sie dazu dieses Antragsformular:  NEU Antragsformular Betreuungsbedarf Schließzeit Corona.

Für Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich sind die Anspruchs-Voraussetzungen für die Notfallbetreuung mit der Allgemeinverfügung des Landkreises vom 30. März gelockert worden mit einer Ein-Eltern-Regel. Zudem wurden Berufsgruppen der kritischen Infrastrukturen ergänzt. Anspruchsberechtigte Eltern in Werder ergänzen dazu bitte das Antragsformular zur Notfallbetreuung mit den entsprechenden Angaben.  

Am 25. März hat der Landkreis per Allgemeinverfügung auch die Kinderbetreuung bei Tagespflegepersonen untersagt, auch hier gilt seit 30. März die Ein-Eltern-Regel. Anträge für die Notbetreuung für die Tagespflegepersonen stehen auf der Internetseite des Landkreises und sind an das Landratsamt (E-Mail an finanzhilfen@potsdam-mittelmark) zu stellen. 

Im Monat April werden in Werder (Havel) keine Kitabeiträge und keine Hortbeiträge abgebucht, die Regelung gilt auch für das Essensgeld. Einzahlungen von Eltern für den April werden auf ein Verwahrkonto gebucht. Das Land hat dafür eine Förderung angekündigt. 

*

Anlaufstelle für Menschen mit Atemwegserkrankungen

Die Stadt Werder (Havel) hat zusammen mit den niedergelassenen Hausärzten der Stadt seit dem 18. März eine Anlaufstelle für Patienten mit Atemwegsinfektionen eingerichtet. Der Schritt ist mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark abgestimmt. Die Anlaufstelle in der Turnhalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums ist Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet, auch Karfreitag und Ostermontag

Ziel der Einrichtung ist es, den möglichen Kontakt von Werderaner Hausarztpraxen und deren Patienten mit Coronafällen zu vermeiden beziehungsweise auszuschließen. Zwei der beteiligten Ärztinnen haben in einem Interview über die ersten anderthalb Wochen  und die Idee hinter dem Konzept gesprochen.  

Hier veröffentlichen wir die Patientenzahlen. Der Besuch des Hausarztes wegen anderer Beschwerden ist in Werder problemlos weiter möglich

*

Corona-Infotelefon

Eine Corona-Hotline des Landkreises ist unter der Telefonnummer (033 841) 91 111 eingerichtet. Diese ist täglich und auch am Wochenende von 9 bis 15 Uhr zu erreichen. Ein Corona-Infotelefon des Johanniter-Krankenhauses Treuenbrietzen ist zu erreichen unter (033 748) 818 48. Weitere Kontakte hat das Gesundheitsministerium des Landes hier veröffentlicht. Bitte nutzen Sie die Notrufnummern 110 und 112 ausschließlich für echte Notfälle!  

*

Informationen für Werderaner ohne Internet

Bei der Verbreitung eines Senioren-Schreibens an den nächsten Nachbarn bittet die Stadt die Werderaner um Unterstützung. Das Schreiben enthält einige Hinweise und wichtige Telefon-Kontakte. Wenn Sie einen oder zwei unmittelbare ältere Nachbarn haben, drucken Sie das Schreiben bitte aus und stecken es in den Briefkasten. Zwischen dem 24. und dem 27. März wurde das Schreiben auch mit der Zeitung Werder life an die Werderaner Haushalte verteilt.  

*

Maerker wird Plattform zur Nachbarschaftshilfe

Die Stadt möchte Menschen, die aktuell auf nichtmedizinische Hilfe von außerhalb angewiesen sind und Menschen, die Hilfe anbieten können, eine Plattform bieten. Dafür kann seit dem 18. März der Maerker genutzt werden. Hilfesuchende tragen dort ihr Anliegen ein. Wer den Eintrag sieht und Hilfe geben will, meldet sich bei der Stadt. Sie vermittelt den Kontakt. Es haben sich bereits sehr viele Helfer bei der Stadt gemeldet, erste Hilfskontakte konnten so bereits vermittelt werden. Auch Angehörige sind aufgerufen, das Angebot für ihre hilfesuchenden Verwandten zu nutzen. 

*

An alle Kinder und Jugendlichen von Werder (Havel)

Bürgermeisterin Saß und der 1. Beigeordnete Große haben die Kinder und Jugendlichen der Stadt in einem offenen Brief  gebeten, sich richtig und tapfer zu verhalten, damit jetzt keine Menschen, die ihnen vielleicht lieb und teuer sind, gesundheitlich gefährdet werden. 

*

Unterstützung für Unternehmer 

Das Land Brandenburg hat ein Sofortprogramm für Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten aufgelegt: Zuschüsse zwischen 5.000 und 60.000 für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler sind möglich. Informationen dazu stehen seit dem 25. März auf der Internetseite der ILB. Zudem teilte das Finanzministerium mit, dass die Anträge auf Steuerstundung für die Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzssteuer vereinfacht werden.

Der Bund hat am letzten Märzwochenende eine Verwaltungsvereinbarung mit den Ländern über eine Soforthilfe für Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten sowie Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe unterschrieben. Das Programm wird in Brandenburg unter dem Dach der Soforthilfe Corona umgesetzt.

Eine Übersicht über aktuelle Unterstützungsangebote, u.a. auch zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld und KfW-Hilfsprogramme, gibt die ILB. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Werder (Havel) hat einige weitere wichtige Telefonnummern und Kontakte von Bund, Land und Verbänden für Unternehmer zusammengestellt. 

*

Plattform für Erntehelfer

Für Landwirte und Bauern hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Erntehelfer-Plattform entwickelt, die zwischen Bauern und Menschen vermitteln soll, die derzeit, zum Beispiel auch wegen der Corona-Krise, ohne Job sind. Weitere solcher Plattformen benennt der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg auf seiner Website und listet auch Betriebe in der Region, die Erntehelfer suchen und wo man bei Interesse anrufen kann. 

*

Jetzt erst recht regional kaufen im „kauflokal blütenstadt“

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß und der 1. Beigeordnete Christian Große haben die Werderaner aufgefordert, erst recht in der Zeit der Corona-Pandemie regional einzukaufen und Onlinekäufe bei den großen Versandhäusern zu vermeiden. Viele regionale Unternehmen hätten ihre Online- und Lieferangebote jetzt ausgebaut. Die Stadt hat mit „kauflokal blütenstadt“ eine Plattform entwickelt, wo solche Werderaner Unternehmen kostenlos gelistet werden.  

*

Rathäuser und Sprechzeiten

Die Stadtverwaltung, der Bürgerservice, das Stadtarchiv und die Tourist-Information bleiben aufgrund der aktuellen Situation bis einschließlich 17. April 2020 für den Publikumsverkehr geschlossen. Für wichtige Anliegen können die Mitarbeiter per E-Mail oder telefonisch zu den gewohnten Sprechzeiten kontaktiert werden. Auf der kommunalen Homepage ist ein Dienstleistungs-A-Z mit allen Kontakten der Stadtverwaltung eingerichtet.

Für allgemeine Verwaltungsauskünfte steht der Bürgerservice zu den Sprechzeiten unter Telefon (03327) 783 151 zur Verfügung. Die Telefonsprechzeiten  der Stadtverwaltung und des Bürgerservice' werden ab 31. März eingeschränkt und gehen am Dienstag und Donnerstag nur noch bis 16 Uhr. 

*

Bibliothek

Die Stadtbibliothek Werder (Havel) bleibt bis einschließlich 17. April geschlossen. Die Rückgabebox ist in dieser Zeit ebenfalls geschlossen. Medien können über den Onlinekatalog auf der Bibliotheksseite der Homepage, telefonisch oder per E-Mail verlängert werden. Mahngebühren entstehen in dieser Zeit keine. Alternativ können Bibliotheksmitglieder in dieser Zeit die Onleihe nutzen. Hier stehen eine Vielzahl an eBooks, eAudios oder ePapers zur Ausleihe bereit.

*

Abfallentsorgung

Die Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH APM nimmt Änderungen in ihrem Betrieb vor. Die regelmäßige Müllentsorgung wird weitergeführt, aber es gibt Einschränkungen in den anderen Entsorgungsbereichen.

*

Gremien der Stadt

Die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 19. März hat unter weitgehenden Vorsichtsmaßnahmen noch stattgefunden. In der Sitzung wurde der Doppelhaushalt 2020/2021 beschlossen. Alle weiteren Sitzungen der städtischen Gremien werden bis einschließlich 17. April ausfallen.

Aktion „Gemeinsam auf Abstand“

Mit einer neuen Aktion auf der Homepage und auf facebook möchte die Stadt in der Zeit der Corona-Pandemie zur nachbarschaftlichen Stimmung in Werder beitragen, mit der diese Ausnahmesitiation hoffentlich bald überstanden werden kann. Die Aktion hat am 22. März begonnen. Link zur Aktion: www.werder-havel.de/gemeinsam-auf-abstand

*

Homepage

Alle aktuellen Maßnahmen der Stadt im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie werden zeitnah hier veröffentlicht. Ein entsprechender Link befindet sich im Banner auf der Startseite.

*

Werder (Havel), 13.03.2020