Ostergrüße aus Hawaii

Die aus Werder stammende Kristin Solbach lebt seit einigen Jahren auf Hawaii. Ja, sie kitet auch noch, doch zurzeit ist der Strand gesperrt - Corona!

Kristin Solbach mit ihrer Familie. Foto: privat

Die aus Werder (Havel) stammende Kristin Solbach lebt seit einigen Jahren auf Hawaii. Auch dort gelten wegen der Corona-Pandemie strikte Regeln. Kristin, die viele Werderaner und sehr viele Menschen auf der ganzen Welt als Kitesurferin und mehrfache Weltmeisterin und Vizeweltmeisterin Kristin Boese kennen, feiert das Osterfest in diesem Jahr nur ganz klein.

„Unser Sohn ist noch etwas zu klein, um die Tradition zu verstehen und meine Schwiegereltern, die hätten hier sein sollen, mussten ihren Besuch ja auch absagen. Von den rationierten Eiern - nur eine Packung per Haushalt - werden wir vielleicht welche färben und sie im Gras „verstecken“, um mit den Hunden und unserem Kleinen ein bisschen Spaß zu haben“, berichtet Kristin.

Nach ihrem Abschied aus dem Kitesurf-Weltzirkus hat sich Kristin mit ihrem Mann Sky ein Haus und eine Zukunft aufgebaut. Uns hat sie ein paar Fragen beantwortet:

Wie ist das Wetter derzeit bei Euch?

Nach ein paar Regentagen in der vergangenen Woche ist es heute leicht bewölkt und mit 26 Grad sehr angenehm.

Wie lange lebst Du jetzt auf Hawaii?

Wir leben jetzt seit reichlich sechs Jahren hier auf Maui/Hawaii.

Wie geht Ihr mit der Corona-Pandemie um?

Wir haben uns bereits eine Woche vor der öffentlichen Ausgangssperre zu Hause isoliert ... wir konnten ja gut beobachten, was in Europa passierte und auf dem Weg hierher war! Wir haben uns also etwas mehr als normal eingedeckt, obwohl man wegen der Hurrikan-Saison hier sowieso immer ganz gut vorbereitet ist, und haben seitdem das Grundstück nur viermal verlassen. Unser Kind und unsere drei Hunde sorgen aber dafür, dass wir uns nicht ganz so isoliert fühlen.

Welche Schutzmaßnahmen müsst Ihr einhalten?

Das ändert sich im Moment jeden Tag. Bis gestern war es noch erlaubt, an den Strand zu gehen, solange ausreichend Abstand gehalten wird. Heute gab der Bürgermeister bekannt, dass keiner mehr zum Spaß an den Strand darf und die Polizei kontrollieren wird. Nun soll auch keiner mehr ohne Gesichtsschutz vor die Tür gehen, selbst wenn es nur ein Schal ist, der vor den Mund gehängt wird. Also eben einfach zu Hause bleiben. Es wird auch dazu angehalten, sich Lebensmittel liefern zu lassen, anstelle einkaufen zu gehen.

Was arbeitest Du jetzt?

Ich habe mich vor drei Jahren zur Hundetrainerin ausbilden lassen und vor einem Jahr meine Nationale Zertifizierung erlangt. Nun geben ich Privatstunden bei Hundebesitzern zu Hause sowie auch Unterricht in der Gruppe in verschiedenen Tierarztpraxen. Außerdem haben wir eine Hundepension und nehmen bis zu fünf Hunde bei uns im Haus auf. Im Moment gibt es für mich durch die Corona-Krise allerdings keine Arbeit.

Wie oft kitest Du noch?

Zum Kiten komme ich nicht mehr so häufig. Zum einen durch die Arbeit mit den Hunden, zum anderen weil wir vor acht Monaten ein Baby bekommen haben. Und nun, weil es im Moment einfach nicht angebracht und seit heute sogar untersagt ist. In den letzten Monaten bin ich vielleicht einmal in der Woche gekitet.

Woran erinnerst Du Dich zuerst, wenn Du an Werder denkst?

Das hängt vielleicht mit der Jahreszeit zusammen, aber das Erste, was mir bei der Frage gerade in den Kopf kam, ist die Baumblüte. Nicht so unbedingt das Fest, sondern die vielen wunderschön blühenden Obstbäume.

Wen möchtest Du grüßen in der Heimat?

Zuerst natürlich meine Eltern, die sich sehr freuen werden, wenn sie das hier lesen. Liebe Grüße möchte ich aber auch allen Lehrern des Ernst-Haeckel-Gymnasiums, meinen damaligen Mitschülern und dem Handballverein Grün-Weiß Werder senden. Auch wenn unser Besuch nach Werder dieses Jahr sicher ausfallen wird, freue ich mich um so mehr aufs nächste Jahr.

 (Notiert von Ellen Fehlow)

Foto: privat

Werder (Havel), 10.04.2020