Chinesische Kunst im Kunst-Geschoss

Trotz Pandemie trafen die Werke von Ke Huang pünktlich ein. Die Vernissage fand virtuell statt, die Ausstellung ist mit Einschränkungen geöffnet

„Ke Huang - Rollbilder - Neue Wege in der chinesischen Tradition“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss in Werder (Havel). Wegen der sonst üblichen hohen Besucherzahl zur Eröffnung und den gegenwärtigen Einschränkungen hat die Vernissage am Mittwoch, 13. Mai um 19 Uhr virtuell auf dem Blog des Kunst-Geschosses mit einem Einführungstext, einem Grußwort der Bürgermeisterin Manuela Saß und ersten Raumimpressionen stattgefunden.

„Trotz weltweiter Einschränkungen wurden die Arbeiten von Ke Huang pünktlich und ohne Probleme nach Deutschland geliefert“, so der Kurator der Stadtgalerie Frank W. Weber in seinem Eröffnungstext zur Ausstellung.  Da sich schon Anfang des Jahres in China gravierende Reisebeschränkungen abgezeichnet hatten, sei Ke Huang aber nicht persönlich nach Deutschland gekommen.

Der junge chinesische Künstler (*1989) lebt und arbeitet am östlichen Ende von Peking im Künstlerdorf Songzhuang. Durch seine Mutter, die in China bekannte zeitgenössische Künstlerin Zhao Yi, ist er seit seiner Kindheit mit dem chinesischen Medium Tusche und Aquarell vertraut und geschult. Er sieht darin die Möglichkeit, die Lebendigkeit des Lebens in seinen unendlichen Erscheinungsformen darstellen zu können.

„Die Tuschmalerei hat in China eine lange Tradition“, so Frank W. Weber. Aus der Kalligraphie habe sich im 6. Jahrhundert diese Art der vorwiegend schwarzweißen Pinselmalerei auf Papier- oder Seiderollen als stimmungsvolle Darstellung von Flora, Fauna und Landschaft entwickelt.

Allerdings hat Ke Huang, wie er selbst über sich sagt,  „bei der Entwicklung meiner an Dreidimensionalität angelehnten Tuschkompositionen schon als Kind eigene Wege beschritten, was mit genauer Beobachtung der Veränderungen in der Natur begann und später in dem innigen Wunsch Ausdruck fand, Mensch und Natur mögen in Harmonie miteinander leben“.

Ke Huangs Rollbilder verkörperten einen Weg, der den klassischen chinesischen Stil aufnimmt und mit individuell neuen Akzenten fortführt, so Frank W. Weber. „Seine Bilder wirken zeitlos, ästhetisch und sind ihrer Farb- und Formensprache wegen sowohl in Asien als auch Europa zu Hause.“

Ke Huang hat bisher in China (Peking, Shanghai, Hong Kong), Italien (Biennalen in Monza, Mailand, Verona, Bologna), Irland, der Schweiz (Art Basel) und in Deutschland ausgestellt. Nach einer Gemeinschaftsausstellung chinesischer Künstler in Düsseldorf ist die Ausstellung im Kunst-Geschoss Werder (Havel) die erste Soloausstellung von Ke Huang in Deutschland mit seinen Tuscharbeiten als Rollbild.

Die Ausstellung ist bis 21. Juni immer Donnerstag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen (auch Himmelfahrt). Wegen der Corona-Pandemie gelten für den Besuch Einschränkungen wie eine begrenzte Besucherzahl, außerdem ist ein Mundschutz zu tragen. Die allgemeinen Besucherhinweise am Eingang der Galerie sind zu beachten.

Werder (Havel), 14.05.2020