Glückwunsch, Baldur Martin!

Der Werderaner Ortschronist ist heute 80 Jahre alt geworden. Werder-Sänger Karsten Perenz gratulierte mit Timofejewskis Geburstagslied

Baldur Martin mit seiner Frau Hella Martin im Januar bei der Grünen Woche.

Eigentlich wollte Ortschronist Dr. Baldur Martin mit seiner Frau Hella Martin gar nicht in Werder sein. Zu seinem 80. Geburtstag war eine kleine Reise geplant. Die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung.

Werdersänger Karsten Perenz wollte ihm wenigstens - aus gebührendem Abstand - ein kleines Ständchen bringen. Für Baldur Martin, der im Gartenbau promovierte aber auch Russisch studierte, wählte er das „Geburtstagslied“ von Alexander Timofejewski, das in der deutschsprachigen Version von Gerhard Schöne bekannt wurde. 

Der Mann, der wohl am tiefsten in die Geschichte der Blütenstadt eingetaucht ist, ist gar kein Werderaner. Baldur Martin, der auch derjenige war, der zuerst über die Begrifflichkeit von „Werderschen“ und „Werderanern“ schrieb und jahrzehntelang die in bereits zwei Bänden erschienenen „Sprüche der Werderschen“ sammelte, stammt aus dem Erzgebirge. 

Bevor er 1962 nach Werder zog, absolvierte er Ende der 1950er-Jahre eine Gärtnerlehre in Ketzin, später studierte er Russisch und Geografie. Mit der Arbeit für sein Geografie-Staatsexamen begann seine Leidenschaft für die Heimatgeschichte, denn das Thema war die Siedlungsflächenentwicklung von Werder.

Viele Werderanerinnen und Werderaner, die als Berufsausbildung „Gärtner mit Abitur“ wählten, kennen ihn als Lehrer an der Gartenbauschule Werder. Auch der ehemalige Bürgermeister Werner Große gehörte zu seinen Schülern. Später entwickelte er federführend die Lehrpläne für die Gärtner im Land. 

Sechs von sieben Bänden der Werder-Chronik sind erschienen - zuvor hat Baldur Martin aber bereits seit 1982 in den „Heimatgeschichtlichen Beiträgen“ und in verschiedenen Büchern und Bildbänden die große Liebe zu seiner Wahlheimat Werder fundiert aufgezeichnet.

 

Dem ruhelosen Heimatforscher ist es auch zu verdanken, dass der Festumzug zum 700. Stadtjubiläum von  Werder historisch korrekt war. Gerade erst hat Baldur Martin ein Stück für den Corona-Blog „Gemeinsam auf Abstand“ einen Text zur Geschichte des Zusammenhalts in Krisenzeiten in Werder geschrieben. 

Bürgermeisterin Manuela Saß grüßte den Jubilar übrigens mit einer üppigen Blumenschale aus dem Blumenhaus Seeger. Eine gebührende persönliche Würdigung  wird nachgeholt.

(Text und Video: Ellen Fehlow)

Werder (Havel), 31.03.2020