Jugendfeuerwehr trainierte den Ernstfall

Üben wie die Großen: Beim Berufsfeuerwehrtag am vergangenen Wochenende rief die Sirene gleich mehrere Male zum Einsatz

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Nach einer Corona-bedingten Zwangspause und ersten Übungseinheiten im Sommer hat der leitende Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr von Werder (Havel), Sven Pabst, gemeinsam mit den Jugendwarten einen Berufsfeuerwehrtag auf die Beine gestellt. Er fand am vergangenen Wochenende statt, 18 von 20 Kindern der Jugendfeuerwehr Werder nahmen daran teil.

Das Wochenende der Berufsfeuerwehr zeichnet sich dadurch aus, dass fingierte Einsätze wie aus dem Alltagsgeschehen der Feuerwehr nachgestellt und kindgerecht vorbereitet werden. Gemeinsam mit aktiven Kameraden werden die gestellten Aufgaben dann bewältigt.

Eröffnet wurde das Wochenende durch den Ortswehrführer Ronny Seiler und dem stellvertretenden Stadtwehrführer Stephan Kranig. Beide dankten der Jugendabteilung für das Durchhalten während der pandemischen Hochphase und verdeutlichten die Wichtigkeit zum Schutz der Einsatzabteilung.

Nachfolgend beschreibt der leitende Jugendfeuerwehrwart Sven Pabst das Wochenende:

Am Freitag begann das Wochenende mit einem Großeinkauf, denn 18 kleine Feuerwehrmänner haben Hunger wie richtige Feuerwehrmänner. Am Abend wurde das Wochenende eröffnet, nach der Belehrung zum Essen gerufen. Zur Dämmerung ertönte plötzlich die Sirene. „Hilfslose Person“! Hinter dem Gemeindehaus war eine Person in einen Kellerabgang gestürzt.

Nachdem der Gruppenführer mit Melderin Nora die Lage ersterkundete, wurden die Kinder in Gruppen eingeteilt und rüsteten sich mit Notfallequipment, Schleifkorbtrage und Feuerwehrleine aus. Zu Fuß ging es zum Unfallort, wurde ausgeleuchtet. Der Verunfallte wurde patientengerecht in die Schleifkorbtrage verbracht und aus seiner misslichen Lage befreit.

Die Nacht blieb ruhig. Am Morgen nach dem Frühsport ertönte erneut die Sirene, drei Tiere hatten sich im Zauberstadtwald in eine arg misslichen Lage gebracht: Eine verwunschene Plüschkatze hatte sich in einer Astgabel verfangen, eine Zauberhase kollabierte im Gebüsch und ein etwas übergewichtiges Schaf klemmte in einem Zaun. Drei Teams befreiten die Tiere aus ihrer misslichen Lage.

Noch während der Nachbesprechung wurden die Kinder auf einen roten Hubschrauber aufmerksam. Die Jugendwarte reagierten prompt und riefen zum Folgeeinsatz: Brand Wald groß. Die Aufgabe lautete, auf dem Feuerwehrhof ein 3000-Liter-Becken zu errichten. Hier sollte der Hubschrauber mit Wasser befüllt werden. Natürlich war auch dieser Einsatz erfunden. Die Kinder konnten das schnell befüllte Becken zum Planschen und Erfrischen nutzen.

Gleich nach dem Mittag ertönte die Sirene zu einem kleinen Einsatz, es sollten Betriebsmittel aufgenommen werden. Jedoch stellte sich die Lage an der Friedrichshöhe komplett anders dar. Hier lag eine Person unter einem Auto. Das Auto wurde mittels Hebekissen angehoben und die Person souverän befreit. Zurück in der Wache standen Freizeitaktivitäten auf dem Programmzettel.

Die Kinder spielten ausgiebig Zweifelderball, Tischtennis und Fußball. Nach leckerem Kuchen, den Mamas gebacken hatten, schellte erneut der Melder. Diesmal sollte es zu einem banalen Mülleimerbrand gehen. Doch auf der Anfahrt sah man in Kemnitz schon dicke Rauchschwaden. Es stellte sich heraus, das nicht nur ein Mülleimer, sondern eine kleine Hütte bereits im Vollbrand stand.

Schnell begannen die Kinder den Löscheinsatz mit 4-C-Rohren und nach nur 30 Minuten hieß es: Feuer aus! Nach diesem anstrengenden Löscheinsatz, spendierte das Restaurant „Zum Rittmeister“ der Jugendfeuerwehr ein kühles leckeres Eis. So waren die Strapazen schnell vergessen.  Zurück in der Wache wurde die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt, die Autos und die Technik gereinigt. Dann standen die Revanchespiele zum Zweifelderball an.

Nach dem Grillabend wurden den Kindern Taktiken demonstriert, einen verqualmten Raum effektiv abzusuchen. Dabei wurde die Bootshalle vernebelt. Die Kinder bekamen einen kleinen Eindruck, wie es sich in verqualmten Bereichen anfühlt. Schnell wurde erkannt, wie wichtig die jährliche Feueralarmübungen in der Schule ist.

Der Abend stand im Zeichen von Spiel und Spaß. Nach einer kurzen Nacht schellte am Sonntag früh die Sirene schließlich zu einer Ölspur auf dem Hartplatz. Nachdem auch dieser Einsatz bewältigt war, gab es ein leckeres Frühstück. Um 10 verabschiedeten der stellvertretende Ortswehrführer Heiko Zemlin und Sven Pabst die Kinder mit einer tollen Urkunde, die noch lange an dieses Wochenende erinnern wird.

 

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Werder (Havel)

Werder (Havel), 23.08.2021