Erster Schritt zur Erweiterung des Gymnasiums

Der Mensa-Neubau ist fertig. Jetzt laufen die Vorbereitungen für ein noch weit größeres Projekt: die Aula mit neuen Klassenräumen.

Innenansicht der Mensa-Erweiterung. Foto: Stadt Werder (Havel)/ hkx
Innenansicht der Mensa-Erweiterung. Foto: Stadt Werder (Havel)/ hkx

Es ist ein kleiner erster Schritt zur Erweiterung des Ernst-Hackel-Gymnasiums. Der Mensa-Neubau ist fertig. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde Ende Mai die Nutzungsfreigabe von der Bauaufsicht erteilt. In der vergangenen Woche wurden letzte Restarbeiten abgeschlossen.

Der kleine Essenraum hat für die wachsende Schülerzahl nicht mehr ausgereicht, sagt Schulleiter Martin Erdmann. Deshalb musste im Foyer eine provisorische Essecke eingerichtet werden. „Mit dem Anbau der Mensa kann diese endlich verschwinden. Wir haben eine größere Mensa und das Foyer bekommt wieder seinen Rückzugscharakter.“

Der Neubau ist mit Betonklinkerfassade und der Inneneinrichtung an den in den 90er-Jahren entstandenen Gymnasiumsbau optisch angepasst. Details wie die Schallschutzdecke und die Möglichkeit der Verdunklung zeigen dennoch, dass sich den neueren Anforderungen an den Schulbetrieb angepasst wurde.

In dem Anbau stehen 64 Quadratmeter für die Schülerkantine zur Verfügung, das verdoppelt in etwa die bisherige Fläche des Essensbereiches. Die Bauarbeiten dauerten sieben Monate, die Neubaukosten belaufen sich auf etwa 340.000 Euro. Wegen der komplexen Gründungsplanung und die Corona-Lage hatten sich die Arbeiten um einige Monate verzögert.

Durch den rasanten Zuzug in der Region wird die ursprünglich für drei Klassenzüge gebaute Schule, die in den 90er-Jahren noch geschlossen werden sollte, seit Jahren für vier Klassenzüge genutzt. Die räumliche Situation sei deshalb angespannt, sagt Schulleiter Erdmann. „Die Anmeldezahl der siebenten Klassen ist seit 2018 angestiegen, so dass auch Schülerinnen und Schüler für die neuen 7. Klassen abgelehnt werden mussten.“

Das Bildungsangebot am EHG mit Leistungs- und Begabtenklasse sowie einem umfänglichen Wahlpflichtunterricht und dem neu eingeführten bilingualen Unterricht trage ebenfalls zur Attraktivität des Schulstandortes bei, so der Schulleiter weiter.

Mit dem Bau einer Aula mit weiteren Räumen steht der Schule in Trägerschaft der Stadt Werder (Havel) deshalb ein zweites, weit umfangreicheres Bauprojekt bevor. Zwischen Schule und Sportplatz wird ein Neubau mit einer Nettoraumfläche von fast 2300 Quadratmetern entstehen.

Die Aula wird mit einer Bühne ausgestattet und kann mehr als 700 Personen aufnehmen. Außerdem sollen in einem zusätzlichen Kopfbau acht Fach- und Unterrichtsräume, verschiedene Vorbereitungsräume und ein Forum entstehen. Durch die Verwendung von Glaselementen im Innenbereich soll eine offene und angenehme Lernumgebung geschaffen werden.

„Mit der Erweiterung können wir Dinge umsetzen, die bislang nicht möglich waren“, sagt Martin Erdmann. Theatervorführungen und Schülerkonzerte aber auch Projekte und Veranstaltungen wie „Jugend debattiert“ könnten in der Aula und den zusätzlichen Unterrichtsräumen stattfinden. „Das wird die Schule bunter und lebendiger machen.“ Mit den neuen Fach- und Unterrichtsräumen könnte der Stundenplan weit besser organisiert werden.  

Nach einer europaweiten Ausschreibung ist dem Planungsbüro PST aus Werder der Zuschlag für die Generalplanung des Aula-Neubaus erteilt worden. Nach einer Variantenuntersuchung werden aktuell die Planungsunterlagen für den Bauantrag vorbereitet. Er soll noch in diesem Jahr gestellt werden. Laut erster Schätzung wird mit Baukosten von etwa 6,2 Millionen Euro gerechnet.

Aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm rechnet die Stadt mit Fördermitteln im Bereich von 400.000 Euro. Im Gymnasium werden aktuell etwa 630 Schüler unterrichtet.

Werder (Havel), 30.06.2020