1. Beigeordneter weist Darstellung der EvB Sozial zurück

Die Stadt werde sich gemeinsam mit dem Landkreis um eine Neukonzeptionierung der Tee- und Wärmestube bemühen

Foto: Björn Stelley
Foto: Björn Stelley

Werders 1. Beigeordneter Christian Große hat die Ankündigung der Ernst von Bergmann Sozial GmbH, die Tee und Wärmestube in Werder zu schließen, mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Die Darstellung in einer Pressemitteilung der Ernst von Bergmann Sozial GmbH, wonach die Schließung an der fehlenden Unterstützung liege, weist er entschieden zurück.

Christian Große:

„Die Tee- und Wärmestube in Werder finanziert sich aus einem Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro des Landkreises, der hier als Aufgabenträger fungiert. Der Landkreis ist laut Sozialgesetzbuch für die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten verantwortlich. Dennoch hat auch die Stadt Werder Verantwortung für diese wichtige Einrichtung übernommen. Sie steuert jährlich 5000 Euro für Miet- und Betriebskosten bei und beteiligt sich am Betrieb mit weiteren Leistungen und Spenden. Zudem gab es in der Vergangenheit weitere und auch private Zuwender.

Die EvB Sozial hat in diesem Jahr in mehreren Schritten eine Erhöhung des städtischen Zuschusses auf 67.197,50 Euro - das  heißt auf  1343 Prozent - gefordert. Diese Erhöhung war für die Stadt weder nachvollziehbar, noch vergaberechtlich oder haushalterisch darstellbar. Ob und wie sich die EvB Sozial beim Landkreis oder anderen Trägern um eine höheren Zuschuss bemüht hat, war für die Stadt Werder nicht ersichtlich. Mögliche Synergien mit dem Begegnungs-, Bildungs- und Beratungszentrum Treffpunkt, den die EvB Sozial für die Stadt betreibt, wurden von der EvB Sozial offensichtlich nicht geprüft. Der Treffpunkt wird von der Stadt mit jährlich 60.000 Euro gefördert.

Die Stadt hat der EvB Sozial in diesem Jahr dennoch einen zusätzlichen Zuschuss von 20.000 Euro für die Tee- und Wärmestube ausgezahlt. Außerdem wurde angeboten, den städtischen Zuschuss auch für das kommende Jahr auf 25.000 Euro zu erhöhen. Das Jahr 2021 wollten wir nutzen, um gemeinsam mit dem Landkreis das Konzept zu erneuern und die Leistungen der TWS in Verbindung mit dem Treffpunkt auszuschreiben. Es ist sehr bedauerlich, dass die EvB Sozial dieses Angebot nicht mittragen konnte und die Angelegenheit nun auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird.  

Die Stadt wird sich dennoch gemeinsam mit dem Landkreis um eine Neukonzeptionierung und Neuausschreibung bemühen und vor allem für den Erhalt der Tafel einsetzen. Dazu wurden bereits Vorbereitungen getroffen.“

Werder (Havel), 18.11.2020