„Völlig haltlose Vorwürfe“ des eSport-Vereins

Bürgermeisterin Manuela Saß bietet nach „offenem Brief“ ein klärendes Gespräch zu einem Vorschlag im Zukunftshaushalt an

Nach der Veröffentlichung eines offenen Briefs vom Vorstand des Brandenburger eSport Team Verein e.V. bietet Bürgermeisterin Manuela Saß den Verfassern ein klärendes Gespräch im Rathaus an. „Mich hat es befremdet, dass nach einem konstruktiven Gespräch zwischen Vertretern der Stadt, des Brandenburger eSport Team Vereins  und des Werderaner FC Viktoria, in dem Einigkeit über das weitere Vorgehen erzielt wurde, mit völlig haltlosen Vorwürfen in der Öffentlichkeit agiert wird“, so die Bürgermeisterin. „Wenn es Unstimmigkeiten gibt, dann sollte doch zunächst versucht werden, sie zwischen den Beteiligten auszuräumen.“

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Vorschlag für den Zukunftshaushalt vom Juni/Juli vergangenen Jahres, ein „Gaming-House“ in Werder zu erschaffen. Es ging um einen festen Ort, an dem Jugendliche unter pädagogischer Aufsicht gemeinsam zocken können, um „vielleicht … den Sprung in die Welt des Milliardengeschäfts des eSports“ zu schaffen, wie es in der Bewerbung heißt. Als Budget wurde ein Betrag von 30.000 Euro angegeben, als Träger der Brandenburger eSport Team Verein e.V..

„Auch wenn dieser Verein laut seiner Satzung gemeinnützige Ziele verfolgt, ist er laut Vereinsregister nicht als gemeinnütziger Verein anerkannt“, so Manuela Saß. Die Umsetzung durch die Stadt oder durch gemeinnützige Vereine sei aber eine Voraussetzung für Projekte des Zukunftshaushalts. Zudem widersprach der Vorschlag eines Vereinsstandortes für den Brandenburger eSport Team Verein e.V. der Voraussetzung, dass durch den Zukunftshaushalt nur Einzelprojekte gefördert werden können. Eine institutionelle Förderung sieht der Zukunftshaushalt nicht vor.

„Dennoch wollten wir das Engagement nicht ins Leere laufen lassen“, so die Bürgermeisterin. Nach Rücksprache mit dem eSport-Verein und der Stiftung Job als Träger des Jugendzentrums Haus am See sei der Vorschlag für den Zukunftshaushalt dahingehend modifiziert worden, dass im Jugendzentrum und unter dem Dach der gemeinnützigen Stiftung Job für 1.500 Euro ein E-Sports-Turnier veranstaltet wird. Der Vorschlag wurde in dieser Form in der Zukunftshaushalt-Wahlbroschüre zur Abstimmung gestellt und von den Kindern und Jugendlichen zur Umsetzung gewählt.

Nach Ende des Verfahrens habe der BeST Verein eine Zusammenarbeit mit dem Werderaner FC Viktoria vorgeschlagen, um nunmehr sechs Turniere für 13.000 Euro zu veranstalten, das Geld größtenteils als Leihgebühr für 10 PCs. „Auf Nachfrage erklärte der Vereinspräsident, dass eines der Spiele einer Altersbeschränkung unterliegen würde“, so Bürgermeisterin Saß. „In dem dennoch konstruktiven Gespräch wurde Einigkeit erzielt, dass die beiden Vereine hinsichtlich der hohen Kosten und der Altersbeschränkung das Konzept nachbessern mit dem Ziel, im Herbst 2021 ein Turnier zu veranstalten. Auch wenn hier einiges Porzellan zerschlagen wurde, würde die Stadt auf dieser Basis die Gespräche gern fortführen.“

Werder (Havel), 1.06.2021